Sonntag, 27. Dezember 2020

Wenn das MIttelmeer in den Atlantik "pupst"

Sorry für meinen Gedankengang, aber das habe ich gedacht als ich heute früh den Beitrag  und die unten unterstrichenen Sätze gelesen habe.  Es betrifft momentan "nur" Lanzarote, aber noch nie vorher davon gehört fand ich den Bericht sowas von interessant dass ich ihn mit euch teilen möchte. 

Wassertasche vom Mittelmeer vor den Kanaren

Im Original hier (klick) zu lesen setze ich ihn für euch in deutscher Sprache ein:


Die halbe Welt schaute im Oktober 2019 staunend auf die Antarktis, als ein riesiger Eisberg, so groß wie Gran Canaria, von ihr abbrach. Ungefähr zur gleichen Zeit, vielleicht etwas früher, tauchte aus dem Golf von Cádiz ein mediterranes Gewässer auf, das etwa siebenmal so groß ist wie Murcia, und das sich nun schleichend westlich von Lanzarote bewegt.

Einer der Unterwassergleiter, die die Ozeanische Plattform der Kanarischen Inseln (Plocán) regelmäßig aussendet, um Daten aus den Gewässern rund um den Archipel zu sammeln, um die Entwicklung des Klimas im Ozean zu überwachen, hat gerade einen Meddy in der Nähe der Nordostküste von Lanzarote entdeckt, eine jener großen Wassertaschen, die das Mare Nostrum von Zeit zu Zeit in den Atlantik ausstößt und die es schafft, jahrelang zu überleben, ohne sich mit dem umgebenden Meer zu vermischen.

Der Name dieser Strukturen stammt aus einem englischen Wortspiel, das Mittelmeer mit Wirbel verbindet, denn das sind sie wirklich: riesige Wassermassen, die sich im Uhrzeigersinn drehen und sich meist weit unter der Oberfläche, in 800 bis 1.200 Metern Tiefe, im Atlantik bewegen, weil sie schwerer sind als das Wasser im Ozean, erklärt Efe Andrés Cianca, Ozeanograph aus Plocán.

Warum vermischen sie sich nicht mit dem Wasser um sie herum, wenn sie doch auch Wasser sind? Nach dem gleichen physikalischen Prinzip, nach dem das Eis oder das Öl auf dem Meer schwimmt, aber in umgekehrter Richtung: Das Wasser des Mittelmeeres hat eine viel höhere Salzkonzentration als das des Atlantiks, es ist dichter, schwerer, also sinkt es. Und die Trägheit der Bewegung, die ihn um sich selbst drehen lässt, hält ihn tendenziell kompakt.

Die Meddys wurden in den späten 1970er Jahren entdeckt, als unter der Oberfläche des Karibischen Meeres, in der Nähe der Dominikanischen Republik, ein Whirlpool entdeckt wurde, dessen Ursprung im Südwesten Spaniens lag, erläutert Andrés Cianca. Diese Wassermassen verlassen das Mittelmeer durch die Straße von Gibraltar, sinken in der Regel unter ihrem eigenen Gewicht und bleiben oft lange Zeit im Golf von Cádiz "stagnieren".

Es wird geschätzt, dass etwa 17 Mal im Jahr Blöcke dieses Mittelmeerwassers in den Atlantik ausgestoßen werden, im Allgemeinen nach Südwesten, auf einer Route, die zwischen den Azoren und Portugal verläuft; nach Westen, in Richtung Karibik; oder nach Nordwesten, in Richtung Neufundland.

Aber sehr selten wandern sie nach Süden, wie der Meddy, der am 10. Dezember auf Lanzarote geortet wurde. Tatsächlich betont der Ozeanograph aus Plocán, dass dies in den 26 Jahren seiner Arbeit in diesem Bereich des Atlantiks erst die dritte Meddy ist, die in der Umgebung der Kanaren entdeckt wurde.

Die Meddies bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei Zentimetern pro Sekunde (1,72 Kilometer pro Tag) durch den Atlantik. Daraus lässt sich ableiten, dass er, wenn er bereits die Insel Lanzarote streift, die etwa 1.000 Kilometer vom Golf von Cádiz entfernt liegt, seit etwa einem Jahr und sieben Monaten über den Ozean wandert. Und der autonome U-Boot-Gleiter ("Glider"), der ihn entdeckt hat, hat auch seine Dimensionen detailliert beschrieben.

Sie hat eine ovale Form, mit einem Durchmesser von weniger als 100 Kilometern und einem größeren von etwa 150, was eine Fläche von etwa 11.780 Quadratkilometern ergibt, etwas weniger als die von Murcia. Und sie nimmt eine etwa 300 Meter dicke Wasserschicht ein, die sich zwischen einer minimalen Tiefe von 850-900 Metern und einer maximalen Tiefe von 1.150-1.200 Metern befindet.

Außerdem weist es zwei Merkmale auf, die zeigen, dass dieses Wasser nicht aus dem Atlantik stammt: Sein Salzgehalt ist um eine Einheit höher als der des umgebenden Wassers und seine Temperatur reicht von 13 Grad (in 800 Metern) bis 11,5 Grad (in 1.150 Metern), während die Meerestemperaturen in diesen Tiefen zwischen 8 und 9 Grad schwanken.

Die Meddies können im Atlantik bis zu fünf Jahre lang überleben, ohne sich aufzulösen. Tatsächlich, sagt Cianca, halten sie sich so lange, bis sie auf einen Meeresberg treffen, der ihre Struktur aufbricht und sie dazu bringt, sich zu zerstreuen.

Wie lange hat der auf Lanzarote noch Zeit? Wenn ihn seine Drift auf die Insel führt, sind seine Tage gezählt. Und wenn er es schafft, die Kanarischen Inseln durch den Kanal zu überqueren, der Gran Canaria von Fuerteventura trennt, erwarten ihn im Süden des Archipels mehrere Unterwasseranstiege.

Quelle: El Día

Kommentare:

  1. Liebe Nova,
    ein sehr interessanter Bericht und ein Naturereignis von
    dem ich noch niemals etwas gehört habe, danke fürs Mitteilen.
    Ich hoffe, wenn es dann so eintrifft wie es geschrieben steht,
    dass es keine große Katastrophe gibt...
    Liebe Grüße, Lissi

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    1. Gell..ich bin auch immer wieder erstaunt was man noch alles neues erfahren kann.

      Wie auch letzt die Neuentdeckung auf der Ausgrabungsstätte von Pompei, einen "Schnellimbiss" der sowas von gut erhalten ist, nebst Speiseresten und wohl auch dem Koch/Besitzer (Skelett)

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  2. Das ist ja interessant, habe ich noch nie so in der Art gehört. So ein Meddy hält aber demnach ganz toll zusammen. Sehr sehr erstaunlich so was, wo man doch denkt, es müsse sich in der Zeit und unter Umständen halt oft geteilt und vermischt haben. Aber nee, hält zusammen, Respekt!

    Danke für's hier mitteilen,

    Knuddels,
    Tiger
    🐯

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    1. Gell..finde ich auch und dss "nur" wegen des Salzgehaltes. Immer wieder faszinierend was es noch alles gibt^^

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  3. Das ist ja total interessant. Ich höre /lese zum erstenmal davon. Ich freue mich immer, wenn ich von solchen interessanten Phänomenen erfahre.
    LG
    Magdalena

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    1. Geht mir auch so...da kann man noch so alt werden, gell^^

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  4. ....Sachen gibt´s!?!? Dann beinhalten diese "Wassertaschen" auch ihre eigene Tier- und Algenwelt, die wird sicher vor dem Überschwappen nicht herausgefiltert? Auf alle Fälle wird dadurch der Atlantik etwas "nachgesalzen" ;-))
    Danke für den interessanten Beitrag!!!!
    Schönen Gruß,
    Luis

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    1. Ja, das denke ich auch. Schade das es kein Unterwasserbild davon gibt (also auf Entfernung) oder ob man da überhaupt was sehen kann. Ich hatte so ein Bild vor Augen wie bei einer Qualle^^

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  5. Verrückt was es alles so gibt.
    Da staunt der Mensch.
    Es ist aber keine Blase und Fische können durchschwimmen,oder?
    Toll, dass du das gefunden hast!

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    1. Sie schreiben ja von einer "Tasche" und wohl eher nicht wenn sie nur durch Gestein kaputt gemacht werden kann. Somit muss es wohl scharfkantig sein.

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