Mittwoch, 2. Dezember 2009

Es weihnachtet sehr




Auch die Einheimischen lieben das Weihnachtsfest, auch wenn die Bräuche etwas anders sind als in Deutschland. Die Bescherung erfolgt durch die Heiligen Drei Könige am sechsten Januar, während der Heiligabend als großer Familienschmaus in gemütlicher Runde gefeiert wird. Allerdings haben auch hier die in anderen europäischen Ländern üblichen Sitten schon etwas abgefärbt, denn in vielen kanarischen Familien bekommen die Kinder in der Weihnachtsnacht wenigstens eine Kleinigkeit.

Die Jugend freut sich meist schon wochenlang auf die Party am Heiligabend, denn für sie ist nach dem Familientreffen Ausgehen angesagt. In vielen Diskotheken oder auch in Jugendzentren auf den kleineren Dörfern werden spezielle Tanzveranstaltungen angeboten, die angeblich zu den besten des Jahres gehören. Das behauptet zumindest die junge Generation gern. Vielleicht ist es aber auch nur eine Ausrede, um dem allzu heftigen „Familiengeklüngel“ zu entkommen.

Das Aufleuchten des Christbaumes, das nach deutscher Tradition erst ab dem Heiligabend genossen werden kann, zaubert in kanarischen Familien schon viel früher Weihnachtsstimmung. Dort gehört der Baum zur einstimmenden Adventsdekoration, die schon ab Anfang Dezember Einzug in die Wohnzimmer hält. 

Auch Adventskalender haben sich mittlerweile eingebürgert und können in fast allen großen Supermärkten gekauft werden. Wie mir erzählt wurde musste man vor Jahren schnell sein, wenn man den süßen Kalender in einem deutschen Supermarkt ergattern wollte. Wie eine stille Post sprach es sich in Windeseile in den deutschen Familien herum, sobald sie eingetroffen waren, und für die Mütter begann der Wettlauf um die wenigen Exemplare. Heute bekommt man schon eine Sorte im AlCampo und die ist reichlich vorhanden. Interessant ist dann die zweite "Ausgabe", denn da beginnt der Kalender dann zum 14 Dezember. Den Nikolaus und den Adventskranz gibt es allerdings gar nicht.




Ein weiteres Steckenpferd ist der Außenschmuck, den die Canarios liebend gerne an ihren Hauswänden oder Balkongeländern anbringen und der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.  Beliebt sind Weihnachtsmänner oder die drei Könige, die an Leitern hängend ins Haus „einsteigen“, und viele bunte blinkende Lichterketten. Dabei sieht jedes Haus ein bisschen anders aus, denn von Gleichmacherei hält man nichts.

In der gesamten Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönige bricht eine rege Besucherwelle aus. Reihum besucht man sich im Familienkreis, um einander nahe zu sein. Deshalb sind auch die gigantischen Schinkenhälften, die überall in den Supermärkten angeboten werden, kein Problem. Bei so viel Besuch wird er schnell aufgebraucht.

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